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STUMME DIENER
2017

"In der Werkstatt von Arrivo Handwerk herrscht eine konzentrierte und ruhige Atmosphäre. Modelle zur Formfindung werden gebaut - mit Holzstäben und Heißklebepistole. Es gibt Drei regeln: Drei fixe längen, den rechten Winkel und zu einer geschlossenen Form finden. Nachdem einige neue Teilnehmer dazukommen, erklärt Homayoun: “Wir machen ein Zick-Zack”. Ein fragendes “Aha” zur Antwort und los gehts.

Aus mehreren Modellen der einzelnen Teilnehmer wird schließlich eines zur Umsetzung aus Eiche ausgewählt. Diesmal nicht mit Heißklebepistole, sondern mit einer einfachen Holzverbindung - der Überblattung. Bei dieser Technik werden die über Eck gelegten Hölzer jeweils zur Hälfte ausgespart und mit Leim verbunden. Nach dem konzentrierten Prozess der Formfindung klingt es jetzt wieder vertraut nach Werkstatt. Es wird gesägt, gestemmt und gehämmert.

Zunächst wird noch einmal mit Rechteckleisten aus Kiefer geübt, bevor das Eichenholz bearbeitet wird. Der Unterschied zum Kiefernholz wird gleich bemerkt. Nicht nur, das das Holz härter ist - und sich somit besser und genauer bearbeiten lässt - vor allem riecht es gut beim sägen.

Als die ersten “Rahmen” fertig sind, werden sie an die Wand gehalten, gedreht und wieder an die Wand gehalten. Eine eindeutige Ausrichtung haben die Objekte nicht. Untereinander wird gefragt: “Was ist das?”, “Wofür soll das sein?”. Der Gedanke liegt nahe etwas daran anzuhängen. Einen Kleiderbügel, ein Hut oder ein Handtuch. Mit einem nicht ganz eindeutigen “Ja.” einigen wir uns auf diese Funktion.

Ob die Objekte als “Stumme Diener” herhalten bleibt jedoch offen. Sie können beides: eine Funktion übernehmen oder einfach nur Wandobjekt sein."